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Interessanter Fund

Beim Sichten des Nachlasses von Michel Meynaud finden sich schon mal interessante Dinge, die man nicht unbedingt erwarten würde. Michel hat von Zeit zu Zeit auch noch eine andere weniger öffentliche Passion ausgeübt – die Malerei.

Herkulesaufgabe

Der Künstlerische Nachlass von Michel Meynaud war bei seinem Ableben vollkommen ungeordnet. Georg Witteler unternimmt die Herkules-Aufgabe das Notenmaterial zu sichten, zu sortieren und zu katalogisieren. Damit die Noten für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich wird, scannt er alle Noten ein und veröffentlicht dann die erfassten Werkgruppen auf dieser Hompage. Philpp Quiering hat dafür großartige Vorarbeit geleistet. Ihm Rahmen der Vorbereitung eines Radioportraits über Michel für den SWR2, hat er über 70 KG Notenmaterial gesichtet und erfasst.

Georg Witteler beim sortieren des Notenmaterials. Foto: Stefan Emondts

Aktuell wartet noch eine ganze Platte mit Kartons darauf warten gesichtet zu werden. Da die Familie für die erste Auswahl eine grobe Vorsichtung vorgenommen hatte, ist damit zu rechen, dass es sich bei den nun zu prüfenden 168 KG Material vor allem um Dubletten oder unvollendete Skizzen handelt. Dennoch bleibt die Hoffnung, dass sich fehlende Noten darunter finden. Besonders schmerzlich vermissen wir noch das 2. Klavierkonzert, welches Michel Meynaud mit der kanadischen Pianistin Michelle Roy und den Nürnberger Sinfonikern für die Schallplatte aufgenommen hatte.

Ein „Cross-Interview“

Michel Meynaud hat viele Werke für Blockflöte geschrieben. In kürze wird das Verzeichnis seiner Werke für diese Instrumente hier veröffentlicht. 1997 erschien in der Zeitschrift „Windkanal“ ein Artikel in dem sich Johannes Fischer(Blockflötist) Michel Meynaud gegenseitig im Strasburger Konservatorium interviewen.

1. Preis beim Kompositionswettbewerb

1973 gewann Michel Meynaud den 1. Preis beim Wettbewerb für junge Komponisten des Orchestre de Chambre Pierre Morin. Am 25. März 1973 wurde das Adagio für Kammerorchester im Grand Théâtre de Québec uraufgeführt.

Die Eule

Fund auf dem Notenblatt des Cembalostücks „Le Smith“

Die Eule war das Lieblingstier von Michel Meynaud. Er hatte ein große Sammlung von Eulenfiguren. Diese von ihm selbst gekritzelte Eule taucht auf der linken oberen Ecke eines Cembalostücks auf. Eine ganz spezielle persönliche Signatur.

SWR2 JetztMusik

Schubladen – Der Komponist Michel Meynaud

Von Philipp Quiring

Michel Meynauds Wille, Musik zu schreiben, ist enorm gewesen. Mehr als 90 Kilogramm Notenmaterial hat der französische Komponist hinterlassen, als er 2016 starb. Das meiste davon wurde allerdings nie aufgeführt. Die wenigen Versuche, die er unternahm, um sein Werk zu verbreiten, scheiterten. Auch seiner 2. Sinfonie „Nos octobres“ zum 70. Jahrestag der Oktoberrevolution wurde trotz persönlicher Vorstellung in der Sowjetunion kein Gehör geschenkt. Meynaud war dennoch der Auffassung, dass seine Zeit kommen werde. Heute nehmen sich Musikerinnen und Musiker vielfach seiner Stücke an.

Sendung vom Mo, 6.1.2020 23:03 Uhr, SWR2 JetztMusik, SWR2